Nun ist auch bei den Luftsportfreunden zumindest segelflugtechnisch der Winter mit der Wartung der Segelflugzeuge, Winde, Fahrzeuge und Platzausrüstung eingekehrt. Ende Oktober feierten sie in gemütlicher Runde im Vereinsheim das sogenannte "Abfliegen" und ließen die Saison ausklingen.

 

Einige Tage zuvor hat Lukas noch seine praktische Prüfung fliegen können und darf sich nun Segelflugpilot nennen. Dabei gestaltete sich der Prüfungstag relativ spannend, denn die anwesenden Mitglieder mussten lange bis in den Nachmittag hinein mit dem Beginn des Flugbetriebes warten, da die geringe Sichtweite und Wolkenuntergrenze einen Flugbetrieb innerhalb der Kontrollzone des Dortmunder Flughafens erst nicht zuließen. Nach etwa sechs Stunden klarte es genügend auf, sodass Lukas die nötigen Prüfungsflüge mit seinem Prüfer durchführen konnte. Erfolgreich! Und er schmiedet auch direkt Pläne, nachdem er schon einige Segelflüge in Flugplatznähe als verantwortlicher Pilot absolvierte: "Nächstes Jahr möchte ich bei Überlandflügen weitere Flugerfahrung sammeln. Auch nochmal ein herzliches Dankeschön an meine Fluglehrer, alle Windenfahrer, Rückholer, dem Prüfer und allen Personen, die zu meiner etwas mehr als nur zwei Jahre dauernden Segelflugausbildung beigetragen haben."

 

Auch Philipp war erfolgreich. Nachdem plötzlich Sue mit ihm zusammen fliegen wollte, ahnte er, dass es wohl auf die ersten Alleinflüge zu geht. Die Aufregung verflog schnell und nun darf Philipp auch alleine während der Segelflugausbildung die Segelflugzeuge durch die Lüfte steuern. Herzlichen Glückwunsch dazu nochmal und weiterhin viele schöne und lehrreiche Flüge.

 

Kurz vor Flugsaisonende fand auch das sogenannte Jugendvergleichsfliegen auf dem Flugplatz in Büren statt. Das Jugendvergleichsfliegen bietet Jugendlichen und jungen Lizenzinhabern die Möglichkeit, sich mit anderen Flugschülern und Piloten aus den verschiedensten Vereinen in NRW unter Wettbewerbsbedingungen zu messen. Dafür muss jeder Wettbewerbsteilnehmer während drei Flügen bestimmte Übungen absolvieren, die von einer Jury bewertet werden. Die besten Piloten qualifizieren sich für das Bundesjugendvergleichsfliegen. Von den Luftsportfreunden traten die Jugendlichen Joana, Miro, Jona und Lukas mit dem einsitzigen Segelflugzeug "D-4582" vom Typ ASK 23 in Büren an. Unterstützt wurden sie von den Fluglehrern Sabine und Tobias. Auch hier ließ das Wetter erst keine Flüge zu. Somit wurde eine kleine Theorieprüfung veranstaltet. Später konnten die Wertungsflüge doch noch durch geführt werden, allerdings bei recht böigem Wind, der nach und nach abflaute.


Am Abend gab es eine standesgemäße Party und am folgenden Morgen nach dem Frühstück die Siegerehrung. Für die Plätze beim Bundesjugendvergleichsfliegen hat es zwar nicht gereicht, aber "wir hatten dieses Wochenende eine Menge Spaß und die Platzierungen waren uns im Nachhinein sogar egal. Wir lernten beim Jugendvergleichsfliegen viele flugbegeisterte Jugendliche aus NRW kennen und sind uns sicher, auch im nächsten Jahr wieder als Team 23 am Start zu sein. Auch möchten wir uns bei Sabine und Tobias für die Mithilfe bedanken" erzählt Lukas sichtlich begeistert.

 

 

 

 

...und wie der Fluglehrer das miterlebt:

 

Lukas ist seit einer gefühlten Ewigkeit schon begeistert vom Fliegen, möchte später einmal Pilot werden und ist seit Anfang der Saison Mitglied bei den Luftsportfreunden (s. Bericht über den Saisonbeginn 2017).

 

"Aber, dass ich nach 4-5 Monaten alleine fliegen kann, hätte ich nicht gedacht. Als mich Niels angesprochen hat, ob ich körperlich und geistig bereit wäre, meine A zu fliegen, habe ich natürlich Ja! gesagt!"
Selbstverständlich?!
Vielleicht...


Denn, als es dann soweit war und Lukas das erste Mal alleine in der 21 saß, hatte er schon ein komisches Gefühl im Bauch. "Man hat zwar keinen Fluglehrer mehr im Nacken sitzen, der einem irgendwas im Flugzeug erzählt, aber man hat auch niemanden mehr, der einem mal eben helfen kann." gibt Lukas nach seinen 3 erfolgreich absolvierten Alleinflügen vorsichtig zu bedenken. So arg ist es nun nicht. Niels ist seit 20 Jahren bei den LSF 2000 Kamen/Dortmund e.V., seit anderthalb Jahren ausgebildeter Segelfluglehrer und hat Lukas bis zu seinen ersten Alleinflügen mit ausgebildet.

 

Der Moment, wenn ein Flugschüler das erste Mal alleine fliegen soll, ist keineswegs ein willkürlicher Tag, sondern wohl überlegt und in vielerlei Hinsicht gut abgewägt. Zum Einen muss das Umfeld passen: Das Wetter sollte ruhig sein und es sollte wenig Flugbetrieb am Flugplatz herrschen. Zum Anderen muss der Flugschüler bis zu seinem ersten Alleinflug alle vorgeschriebenen Punkte des Ausbildungsabschnittes beherrschen. Dann kommt die jeweilige Tagesform des Flugschülers noch dazu. Daher fliegt der Schüler immer erst nochmal mit zwei Fluglehrern, die beide aufgrund der erbrachten Leistung sich für oder gegen die folgenden Alleinflüge entscheiden.


Ist es dann soweit, steht ein Fluglehrer am Boden am Funkgerät und beobachtet die Flüge seines Schützlinges. Bereit, jederzeit mündliche Hilfe und Unterstützung zu bieten. Aber auch Niels gibt zu: "Wenn man dann nach erfolgter Einweisung für den Alleinflug am Funk steht und die Verständigung nochmal checkt, ist man dann doch, trotz erfolgter Zustimmung des zweiten Fluglehrers, etwas angespannt."

 

Die Anspannung verfliegt ein wenig nach dem ersten Windenstart und "Nach den erfolgreichen 3 Platzrunden ist man dann doch schon stolz auf seinen Schützling und kann ein erleichtertes Grinsen beim Gratulieren nicht unterdrücken!" So ähnlich ging es auch Lukas nachdem er wieder am Boden war: "Jetzt bin ich aber glücklich, dass ich das Flugzeug und mich heile nach unten gebracht hab." Die Freude war riesig!

 

Doch erst als er von den ganzen anwesenden Vereinsmitgliedern beglückwunscht wurde und seinen A-Strauß erhielt, realisierte er, dass er mit seinen erst vier Monaten Flugerfahrung alleine starten und landen kann.

 

 

"Ey Julian, streng dich mal an! Sabine sagt, wenn der nächste Flug gut läuft, darfst du deine A fliegen."


Die Vorwarnung eines Vereinskollegen ließ Julian etwas ganz Bestimmtes erahnen. Der 15-jährige Schüler aus Unna steht in seiner Segelflugausbildung kurz vor dem ersten Alleinflug. Doch vorher stehen noch zwei Überprüfungsflüge mit zwei verschiedenen Fluglehrern an. Als Julian an diesem Tag neben Sabine noch mit Sue, der Ausbildungsleiterin der Luftsportfreunde, fliegen sollte war er sich sicher: Heute wird er das erste Mal alleine ein Segelflugzeug fliegen.


"Angst hatte ich keine und die Flüge waren ganz gut. Nach den drei Alleinflügen war ich erstmal froh, dass alles gut gelaufen ist und freute mich schon auf die nächsten Alleinflüge!"


Julian Wirtz ist seit August des letzten Jahres Vereinsmitglied bei den Luftsportfreunden. Zuvor hat er sich als Schnuppermitglied an vier Wochenenden den Verein und den Flugbetrieb ganz genau angeschaut und bereits ein paar Schnupperflüge hinter sich gebracht. Nun darf Julian endlich alleine fliegen.


"Mein Vater hat sich gefreut. Meine Mutter war erstmal froh, dass ich heile wieder unten angekommen bin und war glücklich, dass ich vorher nichts gesagt hatte, weil sie sich sonst die ganze Zeit verrückt gemacht hätte!".


Liebe Eltern, ihr seid herzlich eingeladen, am Flugplatz euch selbst ein Bild von euren Jugendlichen zu machen, wie sie sich am Flugplatz anstellen.


Also Julian, herzlichen Glückwunsch nochmal zur tollen A, einen nett gemeinten, traditionellen Klapser und noch viele herrliche Flüge und eine erfolgreiche, weitere Flugausbildung. 

 

 

 

Vor Kurzem hat Tim bei uns seine Ausbildung abgeschlossen. Wie die Ausbildung und die anschließende Prüfung abgelaufen ist, beschreibt er in seinem Erfahrungsbericht:

 

Samstag, 3.Juni 2017, 12:06Uhr

 

Ich, fast 19-jähriger Student, schon produktiv am Hausaufgaben machen.
Ein Anruf.
Unbekannte Nummer...
Ich nehme ab und sage, nein, frage eher erstaunt: "Donkiewicz?"
Eine Antwort ertönt: "Hi Tim! Udo Skrodzki hier! Wir müssen mal noch wegen deiner praktischen Prüfung reden!"
"Schön!" dachte ich mir. "Na endlich" vor allem. Endlich bin ich bei der praktischen Prüfung!

 

Seit drei Jahren und ein paar Monaten bin ich nun im Verein... Damals wollte ich eigentlich in einem Jahr meinen Schein machen, höchstens in zweien. Das hätte auch fast geklappt: In der ersten Saison machte ich meine A schon im Sommerlager, erst drei, vier Monate nach meinem Eintritt bei den Luftsportfreunden. Das klappte auch nur, weil ich immer da war... wirklich immer. Meine Lieblingstage waren immer die, wo so richtig mieses Wetter war. Kaum jemand da, herausfordernde Wetterbedingungen... Ein Traum für lernwillige Flugschüler! Lange oben bleiben musste ich damals ohnehin nicht unbedingt, Checklisten, die unglaubliche Energie, die beim Start übertragen wird und die möglichst sanfte, möglichst zielgerichtete Landung, all das macht das Fliegen für mich aus. Und natürlich, wenn man in einem richtig schönen Bart hängt und das E-Vario wie verrückt piept. So sieht für mich ein schönes Hobby aus!

 

Ende 2015

 

Überlandflugreif! Nachdem ich die B und C-Prüfung geschafft hatte, war ich endlich fertig, doch die Saison 2015 neigte sich schon dem Ende zu. Und auch die Saison 2016 bescherte kein allzu gutes Wetter, außer an den zwei Wochenenden im Jahr, an denen ich nicht konnte... Dort hatten dann zwei andere Flieger ihren Überlandflug geschafft... So richtig Glück hatte ich ja noch nie so recht! Auch das Sommerlager wollte mich ärgern... Der Tag an dem sogar 500km-Flüge als möglich vorhergesagt wurden, entpuppte sich als eine fiese Täuschung.
Aber ich gab nicht auf und probierte es immer wieder, mit der tatkräftigen Unterstützung einzelner Vereinsmitglieder (sie fühlen sich hoffentlich angesprochen), wofür ich sehr dankbar bin. Das macht einen guten Verein aus - der Zusammenhalt!

 

Wir schreiben das Jahr 2017

 

Nach 3 Außenlandungen hatte ich es dann geschafft - mit Sues Hilfe haben wir an einem total schlechten Flugtag doch irgendwie 100km hinbekommen. Ich war so erleichtert, denn ich hatte nur noch gut einen Monat bis meine Theorieprüfung ablief.

 

Und nun war es soweit. Mein praktischer Prüfer rief mich an. Ich dachte, vielleicht können wir einen Termin für in zwei, drei Wochen vereinbaren, sowas braucht ja eigentlich immer Vorlauf. Doch dann kam die Frage: "Wie sieht's denn mit heute aus?"

 

Und dann ging alles schnell. Kurz beim Platz angerufen und das Okay erhalten, doch es musste wirklich schnell gehen: Ein Gewitter nahte. Und so stand ich um kurz vor 13 Uhr bereit auf dem Platz. Einen Start brauchte ich noch um meine Prüfungsreife zu erlangen. Der ging dann schnell vonstatten, zusammen mit Sue. Lange dauerte es dann nicht, ich fragte noch schnell rum, wie denn bei anderen Scheinpiloten die Prüfung ablief, aber alles in allem war ich sehr entspannt und kaum aufgeregt. Sehr viel vorbereitet hatte ich auch nicht, aber das ist ja auch gut so, wenn man sich für die praktische Prüfung groß vorbereiten muss, ist man vielleicht auch noch nicht bereit für jene.
Und dann war Udo da und die Prüfung ging los. Nach einem Außencheck des Flugzeugs stiegen wir dann auch schon ein. Oben in der Luft hakten wir ein paar Punkte ab, die zum Prüfungsprogramm gehörten. Ach ja, und bei der Seilrissübung musste ich feststellen, dass das Flugzeug unbedingt mal wieder ausgesaugt werden muss! Und dann war die Prüfung eine Stunde später, gegen 15 Uhr, auch schon wieder vorbei. Für mich war nichts anders als bei einem Flug mit einem Fluglehrer, ich bin so geflogen wie immer und war auch ruhig und konzentriert wie immer. Nun bin ich froh, die praktische Prüfung hinter mir zu haben und freue mich, bald endlich meinen Schein in den Händen halten zu können, um dann demnächst zusammen mit meinem Opa oder meiner Freundin die Lüfte unklar machen zu können.

 

Blue skies!

 

 

 

Wir haben erst das 2. Wochenende hinter uns und doch jagt ein Highlight schon das Nächste. 
Der 08. April 2017 wird wohl für Jona in bester Erinnerung bleiben: nach 64 Segelflugstarts mit Fluglehrer durfte Jona das erste Mal ganz alleine die ASK21 fliegen.

"Ich war vorher natürlich etwas aufgeregt, " gesteht der 14-jährige, "aber ich war eigentlich entspannt und habe mich auf jeden Fall darauf gefreut, dass ich alleine fliegen darf. Als ich dann oben nach dem Windenstart ausgeklinkt habe und meine Kreise alleine fliegen durfte, war das einfach cool. Und mit jedem Start hat es noch mehr Spaß gemacht."


Belohnt wurde die tolle Leistung mit einem wunderschönen "A-Strauß" (namensgebend ist hier die "A-Prüfung" wie ua. auch die ersten 3 Alleinflüge eines Flugschülers genannt werden): frisch gepflückt und bestehend aus saisonalen Flugplatzblumen. Außerdem gab es abends nach dem Flugbetrieb noch die A-Tradition. Dabei wird der Flugschüler für die nun kommenden längeren Flüge vorbereitet und für Thermik sensibilisiert.


Für den Dortmunder ging ein Traum in Erfüllung. Er hatte sich ja schon darüber gefreut, nach der langen Winterpause überhaupt endlich wieder in die Luft zu kommen, dass er dann aber auch noch so schnell alleine fliegen durfte, toppte seine Erwartungen.


Herzlichen Glückwunsch und viele, viele tolle und lange Flüge, Jona!

 

 

 

 

Saisonbeginn

 

Sonne, trockener Platz, angenehme Temperaturen und sogar schon Aufwinde - Was ein herrlicher Saisonauftakt bei den Segelfliegern in Derne! Selten hat der Wettergott (Meteorologen sagen Wetterlage) es so gut zu Beginn des Flugbetriebes gemeint.Im Winter wurden die Flugzeuge, die Seilwinde, sonstige Fahrzeuge und der Flugplatz in Schuss gehalten und für den kommenden Sommer vorbereitet. Am Samstag war es dann soweit: Pünktlich um 9 Uhr trafen sich zahlreiche Vereinsmitglieder vor der Flugzeughalle, um nach der 5-monatigen Winterpause endlich wieder starten zu können. Dank der ersten Thermik, konnten sich einige Piloten schon länger in der Luft halten und die bereits frühlingshaft erblühende Gegend im Kamener Osten genießen.

 

Das erste Mal selber fliegen

 

Besonders war der Tag für einen von ihnen: Lukas Neumann.

Schon früh war er mit dem Fliegervirus infiziert: Waren doch die Flüge immer das Beste des ganzen Urlaubes. Seitdem möchte er Pilot werden. Somit war für den 14-jährigen am Wochenende klar, direkt am ersten Flugtag zum Flugplatz zu fahren und Schnuppermitglied bei den Luftsportfreunden zu werden. Dort durfte er mit Hilfe des Fluglehrers ein doppelsitziges Segelflugzeug vom Typ ASK 21 das erste Mal selber fliegen. "Beim Start hatte ich ein unglaubliches Gefühl, da man in nur 2sek auf 100km/h ist und es soooo schnell und steil in die Luft geht. Das hat mir so gut gefallen, dass ich am nächsten Tag bereits in den Verein eingetreten bin und meine Ausbildung begonnen habe! Da ich vieles noch nicht weiß, bin ich erleichtert, dass die Vereinsmitglieder alle so hilfsbereit und nett sind." erzählt Lukas.

 

Schnupperkurs

 

Wer auch mit dem Gedanken spielt, den Segelflugschein machen zu wollen, hat nach Ostern die Möglichkeit schon einmal Höhen- und Flugplatzluft zu schnuppern. Denn dieses Jahr bieten die Luftsportfreunde an der Derner Straße wieder einen Schnupperkurs unter der Leitung der dreimaligen Streckensegelflugweltmeisterin Sue Kussbach an. Nach einem Theorievormittag und der Flugplatz- und Flugbetriebseinweisung bekommt jeder Schnupperer an 2 Wochenenden die Gelegenheit, am Flugbetrieb teilzunehmen und seine ersten Segelflüge mit Fluglehrer zu meistern.

 

Infos zum Schnupperkurs

 

Max. 15 Teilnehmer
Theorievormittag: Sa 29.4.2017, 10:00 - 13:00
2 Schnupperwochenenden

Weitere Informationen zu Kosten & Anmeldungen unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

Am 17. März 2017 fand die Jahreshauptversammlung der Luftsportfreunde 2000 Kamen/Dortmund e.V. statt, in welcher die Vereinsmitglieder einstimmig für die Verlängerung des Pachtvertrages an der Derner Str. in Kamen-Heeren gestimmt haben.

Damit ist der Flugbetrieb auf dem Kamener Segelflugplatz für weitere 15 Jahre gesichert.

 

Für den Verein besteht somit Gewissheit, weiterhin Kamen-Heeren als attraktiven Standort des Luftsports in Nordrhein-Westfalen nutzen und anbieten zu können. Auch den Anwohnern der Stadt und der Region können wir somit weiterhin ein interessantes und abwechslungsreiches Freizeitangebot bieten. Wir bedanken uns für das in uns gesetzte Vertrauen unseres Verpächters, der gegenüber uns noch einmal betonte, nie eine Verlängerung des Pachtvertrages in Frage gestellt zu haben.

 

Erfolgreich konnten wir in den letzten Jahren durch die Reduzierung der motorisierten Flugbewegungen und die Neustrukturierung unseres Vereins als gemeinnützige Organisation auch Anwohner von unserem Verein und vom Flugplatz überzeugen – Vielfach haben wir hier positive Rückmeldungen bekommen und bedanken uns hierfür!

 

Auch die teilweise Neuordnung unseres Gebühren- und Beitragssystems zeigt erste Erfolge. Ein ausgeglichenes und erfolgreiches Geschäftsjahr liegt hinter uns und eröffnet uns gute Möglichkeiten zur Instandhaltung und Neuinvestitionen in unseren Flugplatz.

 

Auf die nächsten (mindestens) 15 Jahre Segelflug in Kamen!

 

 

 

 

 

Wir trauern um Wilhelm (Willi) Desinger, den kleinen Mann mit der Mütze, der Generationen von jungen Fliegern auf dem Flugplatz in Kamen ankündigte, ihnen die „Knie spitz zu hacken“, wenn diese mal wieder fliegerischen Bockmist bauten.

 

Was für ein Verlust! Aber auch, was für ein Fliegerleben!

 

Willi war dem Flugsport in Kamen so lange und so tief verbunden, wie kein anderes Vereinsmitglied. Noch in der Woche vor seinem Tod beaufsichtigte er, auch noch mit 93 Jahren aber wachem Verstand und der ihm eigenen, natürlichen Autorität, die Prüfung der Rettungsfallschirme unseres Vereins. Willi, den kannte jeder von uns und jeder schätze ihn für sein Engagement, seine Verantwortungsbereitschaft und seine im besten Sinne kantige Persönlichkeit. Er war ein wirkliches Original. Er war die Seele des Vereins und er war Fluggeschichte zum Anfassen. Dazu zählen erste Flugerfahrungen im 2. Weltkrieg auf der Me 109 und eine fliegerische „Durststrecke“ in der Zeit, in der das Fliegen für Deutsche verboten war. Danach war er es, der die Pionierarbeiten mit landwirtschaftlichem Großgerät bei der Umgestaltung eines simplen Ackers in Derne zum heutigen Segelflugplatz Kamen-Heeren vorantrieb.

 

Genau hier starte er dann eine zweite Flugkarriere mit seinem Segelflugzeug Ka 2, gemeinsam mit seinen Söhnen. Nicht zuletzt erfolgte auch eine Rückkehr zum Motorfliegen, nach dem der Verein einen Motorsegler erwarb. 

 

Schlicht legendär war seine sprachliche Präsenz auf dem Flugplatz. Er war derjenige, der – wie die Flugschüler hinter vorgehaltener Hand tuschelten - kein Funkgerät brauche, um seinen Queranflug anzukündigen, verfüge er doch über ein so schallträchtiges sprachliches Organ, dass „Ansagen“ dieser Art auch über diese Distanz klar verständlich sein müssten.

 

Großen Respekt nötigt uns auch immer noch ab, dass er alle seine Flugscheine in einem von ihm selbst gesetzten Alter (ohne ärztliches Zuraten) abgab, um nicht, wie er sagte, für sich oder andere zu einem Sicherheitsproblem zu werden. Geholfen hat ihm bei dieser Entscheidung sicher auch seine Liebe zum Modellbau, den er in unserem Verein bis zum Schluss betrieb. Dieses mit selbstgebautem Fluggerät, das in seiner ausgeklügelten Aerodynamik und seiner konstruktiven Präzision immer wieder auch die „echten“ Piloten in Staunen versetzte.

 

Unvergesslich auch seine mit Engelsgeduld betriebenen Basteleinsätze für Kinder und Jugendliche während der jährlichen Drachenfeste auf unserem Flugplatz. Mensch Willi, das tut schon weh, sich den Flugbetrieb ohne Dich vorzustellen. „Das ist der Lauf der Dinge“, würdest Du wahrscheinlich sagen und hinzufügen „… nu mach mal nicht Gedöns drum – Junge!“ Nein, machen wir nicht – aber den Hut ziehen wir trotzdem vor Dir, wenn es auch in diesem Falle eher die Thermikmütze ist. Mach‘s gut lieber Willi!

 

Für alle Luftsportfreunde 2000 Kamen/Dortmund e.V.

 

Der Vorstand

 

 

"Haltemannschaft?" "Fertig!"
"Startmannschaft?" "Fertig!"
"Ausziehen!" ...
"Laufen!"...
"Looos!" Pfffffffffffffff...


Was die Luftsportfreunde in Kamen schonmal abends lauthals als Dankesspruch nach einem erfolgreichen Flugtag auf der Terrasse am Flugplatz zelebrieren, ist auf der Wasserkuppe in der Rhön noch Gang und Gebe. Denn dort, auf dem "Berg der Flieger", wird der sogenannte Gummiseilstart noch echt mit Gummiseil und einem über 60 Jahre alten Schulgleiter ausgeführt. So haben die "Alten" damals Segelfliegen gelernt.

 

Genau das wollten 23 neugierige "Jungspunde" des in Derne ansässigen Vereins auch erleben. ...Wollten!


Nachdem die Wasserkuppe, mit 950m Hessens höchste Erhebung, sich am Freitag bei der Ankunft noch bei bestem Wetter präsentierte, gab es an den beiden folgenden und potenziellen Flugtagen dichten Nebel, Temperaturen um die 12°Grad Celsius und bis zu 50km/h Wind. Ziemlich das Gegenteil von dem heißen und sommerlichen Wetter, welches man bis dahin im flachen Kamen gewohnt war.


So wurde zwar nicht am Seil gezerrt oder geflogen, aber es war genügend Zeit, sich im deutschen Segelflugmuseum umzusehen und sogar mit anzupacken! Die Ausstellung musste umgebaut werden und die Museumsangestellten freuten sich über tatkräftige Unterstützung. Segelfluggeschichte zum Anfassen!

Bei einer Wanderung über die Wasserkuppe entdeckten die Luftsportler das Fliegerdenkmal, welches 1923 in Gedenken an die gefallenen Flieger des ersten Weltkrieges auf einem vulkanischen Basaltschlot errichtet wurde. Es befindet sich einige Meter unterhalb des Radoms, einer ehemaligen NATO-Radaranlage, welche nicht nur den Gipfel mit seiner fantastischen Aussicht markiert, sondern auch an den kalten Krieg erinnert.

 

Nächstes Jahr soll es wieder zur geschichtsträchtigen "Wiege des Segelfluges" gehen, bei hoffentlich fliegbaren Wetter, damit dann ein Bericht eines selbst erlebten Gummiseilstarts an dieser Stelle stehen kann.

 

 

Vergangenes Wochenende haben sechs junge Luftsportler der Luftsportfreunde Kamen/Dortmund 2000 e.V. am diesjährigen sogenannten Airlebnis am Flugplatz Grefrath-Niershorst teilgenommen. Das Airlebnis wird von der Luftsportjugend NRW schon das 7. Mal ausgerichtet und gibt jungen Fliegern die Möglichkeit, in andere Luftsportarten, wie zB. Motorkunstflug, Fallschirmspringen, Ballonfahren, Segelkunstflug, Motorflug oder Ultraleichtflug hinein zu schnuppern.

 

Tobias Karrasch durfte in einer Pitts, einem zweisitzigen Doppeldecker seinen ersten Motorkunstflug airleben, Lennart Schnettberg gewann seinen ersten Fallschirmsprung und sprang mit einem erfahrenen Fallschirmspringer aus einem in 3500 bis 4000 Meter fliegendem Flugzeug.

 

Die dritte glückliche Gewinnerin war Kerstin Ashoff, die das erste Mal in einem Ballon mitfahren sollte. Leider war es dafür am Samstag und Sonntag zu windig, sodass die Ballonfahrt an einem anderen Tag stattfinden wird.

 

Für die drei anderen Teilnehmer des Kamener Vereins hat es leider keine Plätze mehr in der Wunschsportart gegeben. Christian Schlienkamp, Jasmin Berenberg, und Daniel Welling airlebten dafür zusammen mit ihrem Piloten in einer einmotorigen Piper einen Rundflug über Grefrath.

 

Mit einer fetten Party und der Flugplatzkapelle Stölln ließ man das gelungene Eventwochenende ausklingen.

 

Die sechs begeisterten Segelflieger kehrten um einige neuen Eindrücke, Erfahrungen und Freunde reicher zum heimischen Flugplatz in Derne zurück und hoffen, nächstes Jahr wieder beim Airlebnis dabei sein zu können.

 

 

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