Vor Kurzem hat Tim bei uns seine Ausbildung abgeschlossen. Wie die Ausbildung und die anschließende Prüfung abgelaufen ist, beschreibt er in seinem Erfahrungsbericht:

 

Samstag, 3.Juni 2017, 12:06Uhr

 

Ich, fast 19-jähriger Student, schon produktiv am Hausaufgaben machen.
Ein Anruf.
Unbekannte Nummer...
Ich nehme ab und sage, nein, frage eher erstaunt: "Donkiewicz?"
Eine Antwort ertönt: "Hi Tim! Udo Skrodzki hier! Wir müssen mal noch wegen deiner praktischen Prüfung reden!"
"Schön!" dachte ich mir. "Na endlich" vor allem. Endlich bin ich bei der praktischen Prüfung!

 

Seit drei Jahren und ein paar Monaten bin ich nun im Verein... Damals wollte ich eigentlich in einem Jahr meinen Schein machen, höchstens in zweien. Das hätte auch fast geklappt: In der ersten Saison machte ich meine A schon im Sommerlager, erst drei, vier Monate nach meinem Eintritt bei den Luftsportfreunden. Das klappte auch nur, weil ich immer da war... wirklich immer. Meine Lieblingstage waren immer die, wo so richtig mieses Wetter war. Kaum jemand da, herausfordernde Wetterbedingungen... Ein Traum für lernwillige Flugschüler! Lange oben bleiben musste ich damals ohnehin nicht unbedingt, Checklisten, die unglaubliche Energie, die beim Start übertragen wird und die möglichst sanfte, möglichst zielgerichtete Landung, all das macht das Fliegen für mich aus. Und natürlich, wenn man in einem richtig schönen Bart hängt und das E-Vario wie verrückt piept. So sieht für mich ein schönes Hobby aus!

 

Ende 2015

 

Überlandflugreif! Nachdem ich die B und C-Prüfung geschafft hatte, war ich endlich fertig, doch die Saison 2015 neigte sich schon dem Ende zu. Und auch die Saison 2016 bescherte kein allzu gutes Wetter, außer an den zwei Wochenenden im Jahr, an denen ich nicht konnte... Dort hatten dann zwei andere Flieger ihren Überlandflug geschafft... So richtig Glück hatte ich ja noch nie so recht! Auch das Sommerlager wollte mich ärgern... Der Tag an dem sogar 500km-Flüge als möglich vorhergesagt wurden, entpuppte sich als eine fiese Täuschung.
Aber ich gab nicht auf und probierte es immer wieder, mit der tatkräftigen Unterstützung einzelner Vereinsmitglieder (sie fühlen sich hoffentlich angesprochen), wofür ich sehr dankbar bin. Das macht einen guten Verein aus - der Zusammenhalt!

 

Wir schreiben das Jahr 2017

 

Nach 3 Außenlandungen hatte ich es dann geschafft - mit Sues Hilfe haben wir an einem total schlechten Flugtag doch irgendwie 100km hinbekommen. Ich war so erleichtert, denn ich hatte nur noch gut einen Monat bis meine Theorieprüfung ablief.

 

Und nun war es soweit. Mein praktischer Prüfer rief mich an. Ich dachte, vielleicht können wir einen Termin für in zwei, drei Wochen vereinbaren, sowas braucht ja eigentlich immer Vorlauf. Doch dann kam die Frage: "Wie sieht's denn mit heute aus?"

 

Und dann ging alles schnell. Kurz beim Platz angerufen und das Okay erhalten, doch es musste wirklich schnell gehen: Ein Gewitter nahte. Und so stand ich um kurz vor 13 Uhr bereit auf dem Platz. Einen Start brauchte ich noch um meine Prüfungsreife zu erlangen. Der ging dann schnell vonstatten, zusammen mit Sue. Lange dauerte es dann nicht, ich fragte noch schnell rum, wie denn bei anderen Scheinpiloten die Prüfung ablief, aber alles in allem war ich sehr entspannt und kaum aufgeregt. Sehr viel vorbereitet hatte ich auch nicht, aber das ist ja auch gut so, wenn man sich für die praktische Prüfung groß vorbereiten muss, ist man vielleicht auch noch nicht bereit für jene.
Und dann war Udo da und die Prüfung ging los. Nach einem Außencheck des Flugzeugs stiegen wir dann auch schon ein. Oben in der Luft hakten wir ein paar Punkte ab, die zum Prüfungsprogramm gehörten. Ach ja, und bei der Seilrissübung musste ich feststellen, dass das Flugzeug unbedingt mal wieder ausgesaugt werden muss! Und dann war die Prüfung eine Stunde später, gegen 15 Uhr, auch schon wieder vorbei. Für mich war nichts anders als bei einem Flug mit einem Fluglehrer, ich bin so geflogen wie immer und war auch ruhig und konzentriert wie immer. Nun bin ich froh, die praktische Prüfung hinter mir zu haben und freue mich, bald endlich meinen Schein in den Händen halten zu können, um dann demnächst zusammen mit meinem Opa oder meiner Freundin die Lüfte unklar machen zu können.

 

Blue skies!

 

 

 

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